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Klimaschutz ist für uns keine Floskel, sondern Auftrag.

Prof. Dr. Johannes Orphal spricht Klartext und setzt auf Fakten. Das stellte er gleich zu Beginn meiner Veranstaltung zum Klimaschutz klar. „Ich stelle fest, dass gerade im Rahmen der Coronakrise deutlich wird, dass der Wissenschaft endlich wieder mehr Gewicht beigemessen wird, als das bislang mitunter der Fall war“, so der Physiker und Klimaforscher am KIT. Das lässt hoffen, dass nun auch beim Klimaschutz stärker auf Fakten und nicht auf Mythen gesetzt wird. Nach einem Impulsvortrag schlossen sich zahlreiche Fragen an über die unterschiedlichsten Technologien, die derzeit diskutiert werden von Batterieforschung über das Wasserstoffcluster bei der Metropolregion bis hin zu Atomkraft und E-Fuels.

Ausschnitt Videokonferenz zum Thema „Klimaschutz“

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass auf keinen Fall nur auf eine Antriebsart gesetzt werden dürfe, sondern gerade im Land der Forscher und Tüftler die Exzellenz an den unterschiedlichen Hochschulen und Forschungsinstitute auch in diesem Bereich besser genutzt werden muss. Auch die Frage, wie man die Bürgerinnen und Bürger und die kommunale Ebene gewinnen könnte, um Maßnahmen zum Klimaschutz umzusetzen trieb die vielen Gäste um. Ziele sind durch das Pariser Abkommen ja gegeben. Aber wie wird der Weg dorthin beschritten, wie sehen Zwischenziele aus, und vor allem, wie wird gemessen, wo wir stehen? Hier gibt es noch viel zu wenige Antworten durch das zuständige Umweltministerium. Ich könnte mir gut vorstellen, dass kommunale Klimaschutzmanager eine Querschnittsfunktion in allen Städten und Gemeinden einnehmen und dass über eine nachhaltige Förderung durch das Land nachgedacht wird. Auch einheitliche Planungswerkzeuge und ein einheitliches Messinstrument für die Kommunen wären dringend geboten, um die notwendigen Schritte für die kommenden Jahre und Jahrzehnte eng zu begleiten und bei Bedarf immer nachsteuern zu können. Hier habe ich auf den european-energy-award als sehr praxisnahes Werkzeug hingewiesen, der sicher auch vielen anderen Kommunen bei der Erhebung und Fortschreibung aller relevanten Aufgabenfelder im Bereich Energiegewinnung, Energieverbräuche, Energieeffizienz, aber auch Beteiligung der Öffentlichkeit und vielem mehr wertvolle Dienste leisten kann. Sehr gefreut hat mich die Teilnahme von Vertretern von FridaysForFuture, die ja ihrerseits eine spannende Veranstaltung zum Klimaschutz am vergangenen Dienstag hatten. Hier wurden sehr grundlegende Unterschiede bei der Herangehensweise in Sachen Klimaschutz deutlich. Während einige Parteien singulär dieses Thema im Portfolio haben, bin ich fest davon überzeugt, dass Klimaschutz nur gelingt, wenn wir in allen gesellschaftlichen Bereichen hinterfragen, wie sich unser Handeln auf das Klima auswirkt. Das Stichwort „Nachhaltigkeit“ ist in diesem Rahmen nicht wegzudenken. Das Umsetzen der UN-Nachhaltigkeitsziele wird aus meiner Sicht zum Erreichen der Pariser Ziele führen, denn sie sind darauf ausgerichtet, unsere Kommunen und Länder so zu gestalten, dass die nächsten Generationen weltweit eine intakte Umwelt und einen guten Lebensraum vorfinden. Klimaschutz kann nicht nur durch einige wenige Maßnahmen oder Verbote effektiv werden, sondern muss sowohl die Einsparung von Energie und CO2 im Alltag als auch die Substitution von CO2-Verursachern bei der Energieerzeugung durch kluge Alternativen fördern. Dazu gehört auch ein Bewusstseinswandel: wir müssen die Menschen gewinnen, selbst aktiv bei der Klimawende mitzumachen. Derzeit werden sie leider viel zu sehr durch Ver- und Gebote in eine passive Rolle gedrängt. Das fördert weder Kreativität noch Mut, sondern erzeugt Angst und Widerstände. Ohne die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie für unser Land werden wir die Pariser Klimaziele aber nicht erreichen.

Klar ist: nach 10 Jahren Ankündigungen des grünen Umweltministers haben wir in BaWü eine Quote an erneuerbarer Energie, die weit unterhalb der erklärten Ziele und weit entfernt davon ist, hier bundesweit eine Führungsrolle einzunehmen. Nur die konsequente Einsparung von Energie durch die Unternehmen und die Bürgerschaft hilft, dieses Desaster bei der mangelhaft umgesetzten Energieerzeugung ein bisschen zu kaschieren. Das wollen und können wir besser machen!

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